Status Quo

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  • Published 8 years ago

Viel zu lange in der Phantasie leben, dass am Ende alles gut werden wird, lässt am Ende tatsächlich eine ganze Menge ziemlich gut werden. Nun ist es zwar so, dass fast nichts jemals wirklich gut ist - aber im Grunde liegt dies ja nur an diesem ewig treibenden "perfekt", was so drohend nah an wirklich gut liegt - aber dennoch gibt es ab und an im Leben Situationen, die Ankerpunkte sind. Momente, in denen man seinen ganz persönlichen Status Quo ein paar Meter auf der Zeitachse des Lebens weiter nach vorne schieben kann. Genau das sind aber auch die Momente des Aufbruchs. Das Verschieben ist ja quasi der Save Point im Real Life. Danach kann man etwas ausprobieren, sich mal wieder etwas weiter nach vorne lehnen - ist schließlich auch gar nicht so gut für so einen Körper, immer nur in Ruhe zu verharren. Nein. Man muss etwas tun. Am besten ganz oft ganz viele neue Herausforderungen annehmen. Möglicherweise schafft man dann diese oder jene nicht. Vielleicht steht man sogar mehrfach drei Meter atemlos vor der Zielgerade und kommt einfach nicht mehr weiter. In diesen Zeiten ist es dann wichtig, dass man seinen Status Quo nicht zu weit hinten liegen gelassen hat, denn je weiter man zurück muss, umso mehr geht dabei verloren. Unweigerlich.

Hermann Hesse hat einmal gesagt, das Leben eines Menschen gliedere sich in verschiedenartige Stufen, von denen jede einzelne nicht ohne die anderen sein könne. Ich glaube, es ist von äußerster Wichtigkeit, jederzeit zu wissen, auf welcher Stufe man gerade steht, und - noch unvergleichlich viel wichtiger - wie hoch man sich seine Treppe bauen möchte.