Meandering Soul

This day is done, I'm going home.
eFranes Penguin Avatar

Everything old is new again

31
Dec 2023

Jahresrückblicke waren ja nie so mein Ding. Werden sie in dieser Schriftform auch nicht mehr. Trotzdem gibt einen guten Grund am letzten Tag des Jahres hier etwas zu schreiben: Das hier hat ein neues Gewand bekommen. Und nicht nur das, sondern auch ein Gesicht. Also, das Gesicht war schon immer da, aber es war noch nie so öffentlich im Internet sichtbar. Warum also jetzt?

Im Grunde ist das ganz einfach. Weil mir das Bild sehr gefällt. Und dann sind da verschiedene Pläne, die mich sowieso sichtbarer werden lassen, sofern ich es schaffe, sie umzusetzen. Es ist also sowieso nur noch eine Frage der Zeit, bis es ziemlich einfach wird, diesen eFrane im Internet ohne Pinguinavatar zu finden.

Und das hier? Dieses Blog?

Ich bin ja fest davon überzeugt, dass die Zeit von Blogs noch nicht vorbei ist. Im Gegenteil, ich glaube wir bewegen uns - noch relativ langsam - auf eine neue Blüte zu. Die Umverteilung von Inhalten weg von zentralisierten Plattformen hin zu föderalisierten ist in vollem Gange. Nicht zuletzt das Versprechen von Threads, bald an das Fediverse anzudocken ist ein starkes Zeichen in diese Richtung.

Und dieses Jahr?

Und all die anderen?

Gemach, gemach. Das wird schon. Ich mache diesmal keine öffentlichen Ansagen hier darüber, wie oft und ob überhaupt hier etwas geschrieben wird. Was ich sage ist: Da sind wieder Worte in mir drinnen, vielleicht auch Geschichten, die heraus wollen.

Wer genauer hinsieht wird auch eine ganze Menge Inhalte finden, die auf dem alten Meandering Soul nicht waren. Das hat alles seine Richtigkeit. Diese Webseite war und ist meine Heimat im Internet. Sie wird sich dem fügen müssen.

Schön, wieder hier zu sein.

<3

  • Published on December 31, 2023
  • 277 words

Cara Delevigne - Mirror, Mirror

07
Aug 2019

Jetzt schreibt sie auch noch. Das war mein erster Gedanke, als ich Mirror, Mirror von Cara Delevigne zum ersten Mal im Buchgeschäft meines Vertrauens liegen sah. Damals als Hardcover-Ausgabe, die mir zwar optisch sehr zusagte, nur eben nicht mit meiner Lesevorliebe korrelierte. Also blieb das Buch ungekauft. Monate später dann stolperten die stöbernden Augen wieder über den intensiv-gelben Buchrücken. Diesmal als Paperback. Jetzt gab es keinen Grund mehr der Neugier davon zu rennen.

Tja nun, was soll ich sagen? Es ist eine Coming-of-age-Geschichte. Es liest sich ein bisschen wie John Green trifft Katie Heaney. Es geht um Musik und Freundschaft und das Herausfinden, was Freundschaft bedeutet. Es geht um Liebe und herausfinden, was der Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft ist. Und es geht um Themen, für die das freundliche Gelb des Umschlages auch als (Trigger-)Warnwestengelb interpretiert werden kann. 

Wer sich also nicht unbedingt mit Vergewaltigung und ganz allgemein Ausnutzung Minderjähriger konfrontiert sehen möchte, oder wer mit durch Drogenkonsum und Alkoholismus so seine Probleme hat sollte vielleicht die Finger von Mirror, Mirror lassen.

PS:

Ja, früher waren meine Reviews irgendwie peppiger. Aber immerhin habe ich mal wieder eins geschrieben. Und vielleicht wird das ja wieder.

  • Published on August 07, 2019
  • 194 words

Alan Rusbridger: Play It Again

13
May 2018

Es ist sicher nicht falsch anzu­neh­men, dass ein ehema­li­ger Chefre­dak­teur des Guar­dian sich darauf versteht, wort­ge­wandt zu schrei­ben. Ebenso ist es sicher nicht falsch anzu­neh­men, dass eben­die­ser es auf vortreff­li­che Art und Weise schafft, Zeit­ge­sche­hen und -geschichte in eine Erzäh­lung zu verwe­ben, die viel­leicht ein biss­chen in die Kate­go­rie der Selbst­fin­dungs­ge­schich­ten gehört. Natür­lich ist “Play it Again” von Alan Rusbridger weit entfernt davon auch nur einen Funken Ähnlich­keit zu “Eat. Pray. Love.” oder ande­ren Titeln zu haben, die da dem ein oder ande­ren viel­leicht aus jener Kate­go­rie durch den Kopf schwir­ren. Dennoch berich­tet Rusbridger von einem höchst persön­li­chen Erleb­nis.

Rusbridger ist leiden­schaft­li­cher Hobby-Pianist. Wobei man wohl eher anneh­men darf, dass es sich um einen vene­ra­blen Halb­profi handelt, den nur mehr die Wahl einer ande­ren Karriere von dem Weg abge­bracht hat, profes­sio­nel­ler Musi­ker zu werden. Zu dieser Annahme darf man zumin­dest gelan­gen, wenn man ihn auf seinem Aben­teuer beglei­tet, Chopins Ballade Nr. 1 (Op. 23) inner­halb eines Jahres einzu­stu­die­ren. Und dies ausge­rech­net in einem Jahr was zwischen der ersten WikiLeaks-Veröf­fent­li­chung und dem Arabi­schen Früh­ling und vielen weite­ren jour­na­lis­ti­schen Heraus­for­de­run­gen kaum Zeit ließ, nicht an die Arbeit zu denken.

Insbe­son­dere zu empfeh­len ist dieses Buch Menschen, die selbst das Leid und die Freude des Erler­nens eines neuen Musik­stückes kennen. Im Grunde dürfte aber jeder, der schon einmal zu einem lange verdräng­ten oder nicht mehr nach­ver­folg­ten Hobby zurück gefun­den hat, oder dies vorha­ben sollte gefal­len an Rusbridgers musi­ka­li­scher Memoire finden.

Play It Again ist 2014 bei Vintage Books (Penguin Random House) erschie­nen.

Die deut­sche Über­set­zung erschien 2015 im Seces­sion Verlag.

  • Published on May 13, 2018
  • 257 words

Warum man seine Kreditkarte nicht im Bahnhofsschließfach liegen lassen sollte

27
Aug 2015

Während ich - zur Abwechslung - ein wenig für diesen Post recherchierte, fand ich heraus, dass One Day nicht das erste Buch von David Nicholls war, welches verfilmt wurde. Schon sein Romandebüt, Starter for Ten, kam 2006 in die Kinos. Der Cast dazu liest sich ein bisschen wie ein All-time-best-of des britischen Fernsehens, man könnte auch sagen, wie ein Klassentreffen von Doctor Who und Sherlock. Catherine Tate, Benedict Cumberbatch und Mark Gatiss waren da unter anderem mit von der Partie. Auch ist die Häufung von Schauspielern, die später größere oder kleinere Rollen im Avengers Universum gespielt haben auffällig. Aber genug davon.

Wer mich kennt, weiß dass David Nicholls seit meinem Zufallsfund von One Day zu meinen Lieblingsautoren zählt. Damals wünschte ich mir, dass One Day von so vielen Menschen wie möglich gelesen werden solle, weil es mich so sehr in seinen Bann gezogen hatte. Damals. Ein paar Monate später wurde aus One Day ein Film der zwar, wie es das typische Schicksal von Buchverfilmungen ist, nicht meinem gelesenen Kopfkino entspricht, mich aber doch recht glücklich macht.

Genug nun von vergangen Zeiten. David Nicholls hat, wie sich wenn die Lesende oder der Leser bis hierhin durchgehalten hat unschwer erraten lässt, mal wieder ein Buch geschrieben. Zu sagen, “Us” ist ein Reisebericht, wäre eine wahre Aussage. Auch wahr wäre: Es ist eine Coming-of-Age Story, es ist eine Liebesgeschichte, es ist keine Liebesgeschichte.

“Us” ist die Geschichte von Douglas, Connie und Albie. Es ist die Geschichte von einer Reise durch Festlandeuropa, von Straßenmusik, Museen, ausgeraubten Frühstücksbuffets und Waffendealern. Und es ist die Geschichte von einem Portmonnaie, dass von seinem Besitzer durch eine Bahnfahrt und eine offene Gefängniszelle getrennt wird.

Wer Geschichten mag, die nicht offensichtlich sind, obwohl der Erzähler einen Plan hat, wer Lust auf einen Kurztrip durch die Kulturgeschichte Mitteleuropas hat und wer schon immer wissen wollte, warum Dänen besser Englisch als Schwedisch sprechen sollte sich diesem Roman hingeben.

“Us” von David Nicholls ist 2014 bei Hodder & Stouton erschienen. Die deutsche Übersetzung “Drei auf Reisen” wird von Kein & Aber herausgegeben.

  • Published on August 27, 2015
  • 340 words

You know it’s time

05
Nov 2014

Wenn ich auf alles, was war, zurück schaue, gibt es ein paar Dinge, die ich gerne gerade rücken würde. Das Poster an der Wand über deinem Bett zum Beispiel. Ebenso die Photos über meinem. Doch das sind die unwichtigen Dinge.

Manchmal weiß ich nicht, ob alles gut war, weil nie etwas passierte, oder ob nie etwas passierte, weil wir Angst hatten, dass danach nicht mehr alles gut sein könnte. Also das ich-wir. Nicht das du-wir. Denn du warst immer stark. Du hast mich länger über dir gehalten als Maler von ihren Leitern getragen werden. Und doch sind alle Bilder, die ich dir malen wollte im Kopf geblieben. Das bereue ich.

Jetzt ist alles anders. Aber du bist noch da. Bitte bleib. Und lass uns unsere vielen Pläne nicht vergessen. Lass uns einen letzten Plan machen: Leben. Miteinander. Nebeneinander. Mal näher. Mal ferner. Aber immer mit allen Plänen und zu Sprüngen ins Ungewisse bereit.

You know it’s time

We grow old and do some shit

  • Broken Social Scene – Lover’s Spit
  • Published on November 05, 2014
  • 177 words

Herbstregen

02
Nov 2014

Herbst war schon immer - zumindest seit ich mich erinnern kann - meine Lieblingsjahreszeit. Im Grunde sind ja alle Tage zu jeder Jahreszeit verzaubernd, wenn man nur zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten am richtigen Ort ist. Herbste brauchen diesen ganzen Aufwand nicht. Im Herbst versucht die Natur alljährlich wieder, anders zu sein. Sich eine Maske aufzusetzen. Nicht zuletzt beginnt ja auch die fünfte Jahreszeit mitten in diesem Stimmungsgewitter.

Es gibt meist viel Regen. Regen, der reinigt, Regen, der anders als Sommerregen und erst recht anders als Frühlingsregen riecht. Regen, der nass und kalt und ein bisschen dreckig ist. Regen, der Pfützen zu Abenteuern macht. So, wie jeden Herbst die selbe Art Regen wieder kommt, kommen mit eben diesem auch unweigerlich Erinnerungen. Sätze zum Beispiel, die diese Herbstmagie greifbar machen.

That night I wrote into my journal: ‘Trees are shizophrenic now and beginning to lose control, enraged with the shock of their fiery new colors. Someone — was it van Gogh? — said that orange is the color of insanity. Beauty is terror. We want to be devoured by it, to hide ourselves in that fire which refines us.’

(Donna Tartt, The Secret History)

  • Published on November 02, 2014
  • 201 words

Es ist nicht immer Fiktion

18
Oct 2013

Es ist nicht immer Fiktion. Es ist immer Leben. Manchmal ist es ausgedacht.

Manchmal ist es nur ein bisschen erweitert oder abgeschnitten, immer jedoch unter der Obhut des Fiktionspavillons. Doch die meisten Pavillons bestehen aus Glas oder einem anderen mehr oder minder transparentem Material. Das ist gut, man möchte sich darunter ja nur vor Widrigkeiten schützen und nichts vollends verstecken. Ganz im Gegenteil.

Es ist nie Fiktion. Dafür aber manchmal alles, was ich von der Wahrheit weiß.

  • Published on October 18, 2013
  • 77 words

Herbstlaubblätterfarben

11
Oct 2013

Herbstlaubblätterfarben gehören ganz bestimmt zu dem Schönsten, was die Natur zu bieten hat. Nach erfrischendem, aber monotonem Grün und vor endgültig erpressender endloser Graumeliertheit von allem fügt sich alljährlich dieser Zauber in die Landschaft

Jedes einzelne dieser fallenden Blätter ist ein kleiner Beweis für die immer unerreichbare Eleganz des Vergangenen.

  • Published on October 11, 2013
  • 50 words

This? I've done this before.

07
Oct 2013

When they bombed Hiroshima, the explosion formed a mini-supernova so every living animal, human or plant that received direct contact with the rays from that sun was instantly turned to ash. And what was left of the city soon followed. The long-lasting damage of nuclear radiation caused an entire city and its population to turn into powder. When I was born, my mom says I looked around the whole hospital room with a stare that said, “This? I’ve done this before.” She says I have old eyes. When my Grandpa Genji died, I was only five years old, but I took my mom by the hand and told her, “Don’t worry, he’ll come back as a baby.” And yet, for someone who’s apparently done this already, I still haven’t figured anything out yet. My knees still buckle every time I get on a stage. My self-confidence can be measured out in teaspoons mixed into my poetry, and it still always tastes funny in my mouth. But in Hiroshima, some people were wiped clean away, leaving only a wristwatch or a diary page. So no matter that I have inhibitions to fill all my pockets, I keep trying, hoping that one day I’ll write a poem I can be proud to let sit in a museum exhibit as the only proof I existed. My parents named me Sarah, which is a biblical name. In the original story, God told Sarah she could do something impossible and she laughed, because the first Sarah, she didn’t know what to do with impossible. And me? Well, neither do I, but I see the impossible every day. Impossible is trying to connect in this world, trying to hold onto others while things are blowing up around you, knowing that while you’re speaking, they aren’t just waiting for their turn to talk – they hear you. They feel exactly what you feel at the same time that you feel it. It’s what I strive for every time I open my mouth – that impossible connection. There’s this piece of wall in Hiroshima that was completely burnt black by the radiation. But on the front step, a person who was sitting there blocked the rays from hitting the stone. The only thing left now is a permanent shadow of positive light. After the A-bomb, specialists said it would take 75 years for the radiation-damaged soil of Hiroshima City to ever grow anything again. But that spring, there were new buds popping up from the earth. When I meet you, in that moment, I’m no longer a part of your future. I start quickly becoming part of your past. But in that instant, I get to share your present. And you, you get to share mine. And that is the greatest present of all. So if you tell me I can do the impossible, I’ll probably laugh at you. I don’t know if I can change the world yet, because I don’t know that much about it – and I don’t know that much about reincarnation either, but if you make me laugh hard enough, sometimes I forget what century I’m in. This isn’t my first time here. This isn’t my last time here. These aren’t the last words I’ll share. But just in case, I’m trying my hardest to get it right this time around.

Sarah Kay

  • Published on October 07, 2013
  • 564 words

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27
Apr 2013

Rachael Yamagata - The only fault
Red Hot Chili Peppers - Midnight, Dosed, By the way
The Killers - Romeo & Juliet, Sams Town (Abbey Road)

Und Miles Davis.

  • Published on April 27, 2013
  • 29 words

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24
Apr 2013

Dinge im Kopf sortieren sieht auf dem Papier so viel einfacher aus, als in der Umsetzung ist. Die Idee, aufzuschreiben, was man so getan hat, macht mir Angst. Nicht, weil ich nichts tue, auch nicht, weil ich nicht in der Lage dazu wäre, das alles aufzuschreiben. Ich weiß, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, nicht einmal, warum mir dieser Gedanke, diese Idee so viel Angst bereitet.

Statt dessen konsumiere ich lieber über häufig unschön ausufernde Zeiträume mehr oder weniger gehypte Serien. Manchmal lese ich Bücher. Bücher, deren Seiten ich nicht selten alle samt anstatt so mancher Moderner Kunst in die Galerien dieser Stadt hängen möchte. Doch auch das wäre keine Lösung, erst recht nicht zu dem Problem mir einzugestehen, dass ich nicht aufschreiben möchte, was ich tue, weil ich dann sehen würde, wie viel davon gerade eigentlich gar nicht so wichtig ist.

Diese ganzen Bücher und Serien und Filme sind morgen auch noch da. Auch übermorgen. Die Zeit, die Ideen in meinem Kopf in Taten umzusetzen aber nicht mehr. Ich hoffe, ich finde bald die Kraft nicht mehr aufzuhören anzufangen.

  • Published on April 24, 2013
  • 181 words

Sag, wie geht's dir eigentlich?

27
Mar 2013

Und plötzlich ist man dann angekommen und hat auf dem Weg da hin zwei- bis dreimal zu oft vergessen, die Wegbegleiter “Sag, wie geht’s dir eigentlich?” zu fragen.

“Sag, wie geht’s dir eigentlich?”

Das ist keine schwere Frage, jedenfalls ist es nicht schwer, sie zu stellen, man darf es nur nicht vergessen. Zumindest ist es immer mal wieder ratsam wichtige (sogenannte Herz-) Menschen zu fragen, wie es ihnen geht, was sie so machen, und ob das eigentlich okay ist, sie mit all dem Kram zu belasten, den das eigene Pochwerk loswerden möchte.

“Sag, wie geht’s dir eigentlich?”

Das kann eine verdammt beschissene Tränenkanone sein. Wenn man darauf antworten soll und der Kopf mit den Gefühlen lieber 32 heb auf als Herz spielt.

Aber es kann auch zu wunderschönen, sekundenweise Ewigkeit schaffenden Momenten führen, in denen man sich gemeinsam über diese seltenen Momente im Leben freuen kann, wo tatsächlich mal einfach alles gut ist.

  • Published on March 27, 2013
  • 153 words