Meandering Soul

This day is done, I'm going home.
eFranes Penguin Avatar

Wünsche

11
Jul 2011

Irgendwann schrieb ich einmal, man sollte immer ein paar vollkommen aus der Luft gegriffene Wünsche parat haben. Weil es genau darum geht im Leben: Wünsche zu haben. Wer keine Wünsche mehr hat, hat auch keine schönen Träume mehr, also bleiben nur noch die schlechten, zermalmenden übrig und ehe man sich versieht läuft man Orpheus hinterher. Auf dem Hinweg.

Doch was sind das für Wünsche, die man so haben kann, die diesem doch recht anspruchsvollen Attribut des vollkommen aus der Luft gegriffen seins gerecht werden? Manchmal reicht da schon ein einfaches “Wie schön das wäre, wenn Du jetzt hier wärst.”

(Ja, Du.)

  • Published on July 11, 2011
  • 101 words

When we are older, can I still come over?

09
Jul 2011

When we are older, can I still come over?



[The Hello Sessions by Milo Greene](http://milogreene.bandcamp.com/album/the-hello-sessions)
  • Published on July 09, 2011
  • 16 words

Impossible Soul

29
Jun 2011

And all I couldn’t sing, I would say it all, my love, to you, if I could get you at all.

  • Published on June 29, 2011
  • 29 words

Liebe fragt nicht, Liebe ist.

20
Jun 2011

Liebe Menschen, den folgenden Text hat die wunderbare Mimi verfasst. Danke dafür! (Und  nun genießt es!)

Es ist lange her, das erste Mal.

Das erste Mal, dass sie große Augen bei seinem Anblick bekam, das erste Mal, dass sie durch die Tür trat und sich höflich nach dem erkundigte, was ihr kleines Herz zum Hüpfen brachte: Eis.

Es scheint, als wäre es erst gestern gewesen, als ihr das nette Fräulein mit dem tanzenden Pferdeschwanz eine Kugel auf eine kleine Waffel steckte und sie ihr bezaubernd lächelnd in die kleinen Patschehändchen drückte. Sie bedankte sich stets, obwohl das Funkeln in ihren Augen der Verkäuferin schon genug gewesen wäre.

Links neben der Tür stand das kleine Holzbänkchen mit Blick auf den Dorfbrunnen. Direkt daneben der Mülleimer und der bunte Sonnenschirm, der sich leicht zu drehen begann, wenn es windig war.

Einmal kam sie mit zwei Buben aus dem Dorf in den kleinen Laden. Der eine hatte einen Fußball unter den Arm geklemmt, der andere legte stolz das Geld auf die Ablage und verkündete, er würde sie alle einladen. Es war das erste und letzte Mal, dass sie beide Hände vorsichtig, ja fast schon schüchtern, um die Waffel legte und den Kopf leicht senkte. Sie schenkte der Verkäuferin auch nicht das glückliche Lächeln wie sonst.

Schon am nächsten Tag strahlte sie dafür umso mehr.

~

Sie streicht mit der Hand über das alte Bänkchen, dem sein Alter deutlich anzusehen ist. Die Verkäuferin trägt inzwischen eine modische Kurzhaarfrisur, aber das Lächeln beherrscht sie besser wie eh und je. Sie betritt den Laden, lauscht der Türklingel, die ihr so vertraut ist wie keine andere, lächelt und bekommt das kleine spitze Ding in die Hand gedrückt, dass sie als große Liebe bezeichnet und anderen oft nur Kopfschütteln beschert. Eis.

  • Published on June 20, 2011
  • 293 words

Nicht mehr verloren gehen

02
Jun 2011

Es gibt Musik, die Stille sucht. Es gibt Stille, die nur dann funktioniert, wenn vorher genau solche Musik da war. Es ist diese Musik, die man Nachts halb drei mit In-Ears auf kaltem Fussboden liegend hört. Für 30, 40, 50 Minuten bewegt man sich nicht. Nicht, weil man erstarrt ist, ob der Kälte, sondern einfach, weil es nicht geht. Gefesselt von Klängen. Dann kommt die Stille. Und dann fühlt man. Irgendwas. Jeder etwas anderes und niemand würde sich finden der auch nur den Ansatz einer Beschreibung dessen, was man dann fühlt, in Worte fassen könnte. Und doch, man fühlt.

Es gibt Dinge, die kann nur Musik mit Menschen machen. Sie zum Fühlen bringen, in undefinierbare Schwebezustände versetzen, sich selbst nicht mehr wahrnehmen, weder von innen, noch als abseits lauernder Beobachter.

Wenn Du diese Musik gefunden hast, die das für dich kann, kannst Du nicht mehr wirklich verloren gehen in deinem Leben.

  • Published on June 02, 2011
  • 156 words

Kleider machen Leute

01
May 2011

Diese Welt dort draußen ist, auch wenn das nicht so sein sollte, der Heteronormativität unterlegen. Da wird Mann komisch angesehen, wenn die Hose zu eng ist, oder das Shirt zu viel Schulter zeigt und Frau noch viel komischer, wenn sie kurze Haare hat oder gar nie in ihrem Leben mit einem Rock gesehen wird. Warum tun wir uns das an? Also nein, warum tut ihr euch das an?

Ich finde das - an dieser Stelle ist die Wahl des Wortes zu entschuldigen - bescheuert. Und das ist noch zaghaft formuliert. Alle Welt redet von Offenheit und Toleranz und Integration und all dem, was da sonst noch aus zugehöriger Schublade kommt und keiner macht es. Natürlich, hier und da gibt es ein paar Ausnahmen, doch die haben heute genauso damit zu kämpfen, von der Gesellschaft akzeptiert zu werden, wie eh und je.

Lieber Leser,

Du glaubst also, Du bist heterosexuell und damit deiner Ansicht nach ein Normalbürger dieser Gesellschaft? Bist Du dir sicher? Mach doch dir zu liebe mal folgendes kleines Experiment: Schalte deinen Kopf aus und höre auf deinen Körper, wenn du mit dir sympathischen Menschen unterwegs bist. Ich lasse hier ganz bewusst jegliche Geschlechtsbestimmung weg. Mit etwas Geduld und Wille (vor allem Wille) wirst Du verstehen können, warum.

Männer die Frauenklamotten oder zumindest Kleidungsstücke, die aussehen, wie Frauenklamotten, tragen, werden schief angesehen. Fast so schief, wie Menschen, die auf offener Straße einen Apfel essen, wie kann man nur, ist ja gesund, aber das tut hier nichts zur Sache. Frauen dagegen, die Männerklamotten tragen, werden höchstens als Karrierefrauen betitelt. Nun ist Karrierefrau alles andere als ein nettes Beiwort, im Grunde ist das genau einer dieser Punkte, der zwischen realer Gleichstellung in der Gesellschaft und dem aktuellen Zustand liegt, doch es ist immerhin schon eine gewisse Form von Akzeptanz. Als Mann kann man dagegen sicher sein, dass man von jedem zweiten Mensch, der einem auf der Straße begegnet, als schwul wahrgenommen wird. Nicht aufzuhören ist im Grunde die einzige Möglichkeit. Sich bewusst dafür zu entscheiden Dinge zu tun, die das Umfeld dazu bewegen zu reden. Denn wenn sie reden, fangen sie an ein bisschen nachzudenken. Vielleicht nicht gleich in die richtige Richtung von Toleranz und Akzeptanz, aber sie werden damit konfrontiert und müssen sich, weil sie zu arrogant sind uns einfach zu ignorieren, damit auseinandersetzen. Und das ist doch schon mal etwas.

Aus diesem Grund mag ich zum Beispiel das Modelabel Weekday. Wenn man zu Weekday geht und die Verkäufer dort nach etwas fragt, dann ist das letzte wonach sie schauen in der Regel, ob das Kleidungsstück jetzt gerade aus dem Jungs- oder dem Mädelsteil kommt. Da geht es einzig und allein um wohlfühlen. Sollte es so nicht auch außerhalb der Ladengrenzen sein?

Weiterlesen?!

  • Published on May 01, 2011
  • 472 words

One Day

26
Apr 2011

Seitdem ich mobile Musikwiedergabegeräte besitze, sind quasi ununterbrochen zwei Musiktitel mit dem Titel „One Day“ auf diesen. Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann an einem Straßenrand ein Buch mit eben diesem Titel finden würde, welches dann zu allem Überfluss auch noch innerhalb weniger Tage seinen Weg auf die Lieblingsbücherliste macht.

Die Rede ist von David Nicholls’ One Day.

‘Live each day as if it’s your last’, that was the conventional advice, but really, who had the energy for that? What if it rained or you felt a bit glandy? It just wasn’t practical. Better by far to simply try and courageous and bold and to make a difference. Not change the world exactly, but the bit around you. Go out there with your passion and your electric typewriter and work hard at … something. Change lifes through art maybe. Cherish your friends, stay true to your principles, live passionately and fully and well. Experience new things. Love and be loved, if you ever get the chance.


Es ist eines dieser Bücher über das Leben und doch ist es keines dieser Bücher über das Leben, in denen es ausschließlich um Lebensweisheiten geht. Eine dieser Geschichten, die gleichzeitig aus dünnster Luft gegriffen sind und doch so real wie nur irgend möglich wirken.

Wenige Autoren schaffen es, so zu schreiben, dass man ununterbrochen das Gefühl hat, dabei zu sein. Noch weniger schaffen es, dies bei einer Geschichte zu tun, die sich über so viele Jahre hinweg zieht. Es ist ein Buch zum mitfühlen, von der ersten bis zur letzten Zeile. Ein Buch zum anschreien und zum beweinen, zum lachen und zum schmollen. In gewisser Hinsicht könnte man durchaus behaupten: Es ist perfekt.

Dana sagte einmal zu mir, dass man für die Sachen, die einen am meisten beigeistern am schwierigsten Worte findet. Da mir aber so unfassbar viel daran liegt, dass dieses Buch gelesen, verschlungen und geliebt wird, habe ich es trotzdem versucht. Hoffentlich mit Erfolg.

There’s some medicine on the shelf, on it the words ‘may cause drowsiness’ – the most beautiful words in the English language. Once it was ‘do you have a t-shirt I can borrow?’ Now it is ‘may cause drowsiness’.


One Day
David Nicholls
Hodder & Stouton Ltd


(PS: Die Musikstücke sind von Björk und The Verve.)

  • Published on April 26, 2011
  • 392 words

Wishing Well

12
Apr 2011

You feel like something

Is about to begin

But you don’t know what

And you don’t know when

  • Published on April 12, 2011
  • 32 words

Ein Schicksal

07
Apr 2011

Irgendwo auf halber Strecke zwischen Kopf und Herz schlummern sie, die nie geschriebenen Gedanken. Sie zermürben den Geist, Stück für Stück, und halten nie inne. Sind sogar so dreist und bewegen sich gleichsam fortwährend knabbernd in Richtung Herz.

Ein Mensch sitzt da, vor einem leeren Blatt Papier. Ein Bleistift in der Hand. Abgenagt am einen, abgewetzt am anderen Ende. Der Geruch von Graphit liegt in der Luft, zerknüllte, einzeilig bekritzelte Blätter auf dem Boden.

Auf den Boden!

Das könnte die Lösung sein, auf den Boden der Tatsachen sich zu begeben. Doch wo war dieser, wie tief musste er wohl noch fallen und würden die kleinen Gedankentierchen ihn noch so lange in einer stabilen Form belassen? Nicht denken, schreiben. Das ist die Devise. Doch was?

Man könnte die ganze Situation auch etwas breiter aufspannen und sich fragen, wie es denn zu dieser prekären Lage gekommen ist. Nun, wissen Sie, das ging recht schnell, man fing den einen oder anderen Text zu schreiben an, verfolgte zwei, drei kurze lyrische Anwandlungen und ehe man sich's versah, erschrak man vor der Ausstrahlungskraft seiner Worte und schluckte den nächsten Gedanken lieber erst einmal herunter. Den noch gesunden Leidensgenossen sei hier gesagt: Gedanken zu schlucken ist nicht zu empfehlen. Sie sind selten flüssig und erst recht nicht verdaubar. Stattdessen haben sie die Eigenheit, sich ganz und gar unanständig zu benehmen, zurück in dem Körper, in dem sie entstanden. Setzen Flausen in den Kopf und Flusen überall sonst, verwirren wo es nur geht und fangen an allem an zu Knabbern.

Was macht man nun, wenn das Herz angeknabbert wird, von solch uneinsichtigen Gedanken? Ich würde das auch gerne wissen. Über das Nichtschreiben zu schreiben ist zwar erstaunlich produktiv, aber dennoch kommen dabei immer diese Art Texte heraus, welche ein Eigenleben der ganz besonderen Art entwickeln: Sie setzen noch mehr knabbernde Gedankentierchen in den Kopf.

  • Published on April 07, 2011
  • 307 words

Sun! Sun! Sun!

29
Mar 2011
  • Florence and The Machine – Cosmic Love
  • Mumm-Ra – She’s Got You High
  • Stereolab – Daisy Click Clack
  • Kate Nash – Skeleton Song
  • Spoon – Back To Life
  • The Bloody Beetroots – Second Streets Have No Name
  • Finley Quaye & Beth Orton – Dice
  • Hard-Fi – Little Angel
  • The Maccabees – About Your Dress
  • Good Shoes – Things To Make And Do

(Und sowieso und überhaupt Noah and The Whale.)

  • Published on March 29, 2011
  • 88 words

.

20
Mar 2011

And in the end the love you take is equal to the love you make.

The Beatles – The End

  • Published on March 20, 2011
  • 23 words

Alt Köpenick

18
Mar 2011

Es ist an der Zeit, Bilder ihre Geschichten erzählen zu lassen. Es ist an der Zeit, sich fallen zu lassen in der Dunkelheit um von den Lichtflecken der Zivilisation festgehalten zu werden. Es ist an der Zeit, mit offenen Augen zu träumen.

  • Published on March 18, 2011
  • 81 words

Wenn ich mal groß bin, möchte ich…

08
Mar 2011
  • …mich noch immer an meinen ersten Kuss erinnern.
  • …nicht vergessen, wie schön es ist, barfuss zu laufen.
  • …wissen, was Liebe ist.
  • …noch lange nicht erwachsen sein.
  • …nicht aufhören, Fragen zu stellen.
  • …nicht aufhören, Antworten zu suchen.
  • …glücklich sein.
  • …immer die richtigen Worte finden.
  • …mehr träumen.
  • …noch nicht alle Fehler gemacht haben.
  • …mehr finden und weniger suchen.
  • …möglichst nur noch Tränen aus Freude haben.

Aber eigentlich will ich gar nicht groß werden. Nur, wenn ich dann fliegen kann.

  • Published on March 08, 2011
  • 89 words

Heimat

07
Mar 2011

Es gibt Momente, in denen man einfach nicht da sein kann, wo man sein sollte. Alles im Körper, angeführt vom Herzen, sehnt sich nach einem anderen Ort. Nach einem Ort, an dem man nicht Fehl am Platze oder zumindest leicht deplatziert sondern genau richtig und sehr von Nöten ist.

Ich glaube man nennt diesen Ort Heimat. Doch was ist eigentlich Heimat? Was ist Heimatgefühl? Heißt das, nicht wegzuwollen, oder heißt es, immer wieder hinzuwollen?

Ich suche eine Heimat. Eine, in und mit der ich mich wohlfühle. Keinen bestimmten Ort. Orte gibt es genügend, die die nötige Herzwärme spenden können. Menschen sind es auch nicht, denn diese sind ja wie bekannt immer genau so weit entfernt, wie die Beziehung zu ihnen es bedingt. Ich weiß nicht, was fehlt, aber es fehlt etwas.

  • Published on March 07, 2011
  • 131 words

Es

20
Feb 2011

(Für ein Wunderland. Aus Gründen.)

“Tut es sehr weh?”

“Es? Du hast gerade nicht wirklich versucht, alles, was passiert ist, auf ein neutrales ’es’ zu reduzieren? Du bist doch sonst nicht so taktlos.”

“Entschuldige. Das alles ist nur so komplex geworden, dass es schwer geworden ist, Worte zu finden. So schwer, dass es weh tut, zu viel daran zu denken. Da ich aber nicht aufhören kann, über all das nachzudenken, musste ich einen Weg finden, die Geschichte so klein zu kriegen, dass sie schnell in Schubladenecken verstaubar ist, um nicht verrückt zu werden. Da kam dann dieses ’es’ und nahm mir ein Gebirge vom Herzen.”

“Warum nur finde ich dieses ’es’ jetzt auch so passend? Ich denke, ich werde auch zum ’es’ übergehen. Man muss ja nicht über Leichen gehen, wenn man ein Neutrum haben kann.”

“Das freut mich. Das sagt mir, dass du bald schon, womöglich schon in fünf Minuten, darüber stehen wirst und anfangen kannst, Witze darüber zu reißen. Wenn man über etwas gute, auch für unbeteiligte lustige Witze machen kann, hat man es verarbeitet.”

  • Published on February 20, 2011
  • 177 words